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Imatinib

 

Strukturformel von ImatinibImatinib ist eine onkologische Tabletten-Therapie, deren Wirkmechanismus in einer Blockade der ATP-Bindungsstelle spezifischer Rezeptor-Proteine (= Tyrosinkinasen) besteht. Einfacher gesagt: Bei Imatinib handelt es sich um ein spezielles Molekül, welches wie ein Schlüssel in die Tyrosinkinase passt und die Energiezufuhr blockiert. Das Teilungssignal kann nicht mehr weitergeleitet werden – das unkontrollierte Zellwachstum wird gestoppt.

Mit 400 mg/Tag Imatinib steht GIST-Patienten in der Erstlinie eine Standardtherapie zur Verfügung, die auf Grund der exzellenten Wirksamkeit (Ansprechraten von weit über 80%) und der sehr guten Verträglichkeit einen deutlichen Gewinn an Lebenszeit und Lebensqualität mit sich bringt. Es gibt Patienten mit metastasiertem GIST, die inzwischen 11 Jahre (Stand Juli 2011) von der Imatinib-Therapie profitieren. Der erste Einsatz von Imatinib in der Indikation GIST erfolgte bei einer 50-jährigen Patientin in Finnland mit einem metastasierten GIST. In Kürze zeigte sich eine eindrucksvolle Rückbildung der Lebermetastasen und bald danach das nahezu vollständige Verschwinden aller Metastasen unter fortgesetzter Therapie.

In mehreren Studien wurde die außerordentliche Wirksamkeit bestätigt und aufgrund der Datenlage erfolgte 2002 die europaweite Zulassung von Imatinib für die Behandlung inoperabler oder metastasierter GIST. Imatinib wird in der üblichen Dosierung von 400 mg bis 800 mg/Tag überwiegend gut vertragen. Die Behandlung mit Imatinib mit mindestens 400 mg/Tag sollte nach zweifelsfreier Diagnosestellung eines inoperablen Tumors und/oder bei Nachweis von Metastasen unmittelbar begonnen werden.

Heute ist bekannt, dass das Wissen um die Primär-Mutation therapierelevant ist. In der nachfolgenden Tabelle sehen Sie das Ansprechen – abhängig von dem Mutationsstatus:

Therapie-Ansprechen

Onkologen sind seit Jahren gewohnt, dass sich ein Therapie-Ansprechen in einer „Größenreduktion“ des Tumors darstellt. Bei den neuen Target-Therapien mit Imatinib oder Sunitinib hat man hier in den letzten Jahren viel dazu gelernt. Ergänzend zu den WHO- oder RECIST-Kriterien, nach denen bisher das Ansprechen von Tumoren im CT nur aufgrund der Größenreduktion beurteilt wird, wurden neue Kriterien zur radiologischen Beurteilung von GIST entwickelt. Diese beruhen auf der Messung der Tumordichte, da auch bei unveränderter Tumorgröße aber gleichzeitiger Abnahme der Tumordichte von einem Therapieansprechen ausgegangen wird. Gemessen wird die Tumordichte im CT in HU (Hounsfield-Units).

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