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Progression:

Fortschreiten der metastasierten Erkrankung unter medikamentöser Therapie

Trotz der guten Wirksamkeit von Imatinib bei GIST, ist leider ein Fortschreiten der Erkrankung (= Progress, Progression) bereits nach zwei bis drei Jahren bei einem erheblichen Teil der Patienten zu beobachten. Man nennt dies auch Imatinib-Resistenz.

Die erste Maßnahme bei Verdacht auf eine Progression der Erkrankung ist die genaue Abklärung (= Verifizierung), ob es sich wirklich um einen Progress handelt und ob dieser an mehreren Stellen (= systemisch) oder nur an einem Tumorherd (= lokal, fokal) vorliegt. Nicht selten wird bei GIST ein Progress diagnostiziert, welcher sich – nach Einholung einer Experten-Meinung – nicht bestätigt. Daher gibt es zentrale Fragen, die bei Verdacht auf Progression gestellt werden müssen:

  1. Ist der Patient „compliant“ oder einfacher gesagt „therapietreu“? Das heißt: Hat er regelmäßig sein Medikament eingenommen?
  2. Nimmt der Patient evtl. begleitende (komplementäre) Therapien, welche die Wirkung der GIST-Therapie negativ beeinflussen?
  3. Ist eine Progression im klaren Sinne überhaupt bestätigt?
  4. Stimmt die histologische Diagnose GIST wirklich?
  5. Welche Symptome hat der Patient – besteht tatsächlich eine Gefahr, eine Bedrohung?
  6. Gibt es – in Ergänzung zu weiteren medikamentösen Optionen – lokal wirksame Maßnahmen (Resektion, RFA, LITT, SIRT etc.) die interdisziplinär besprochen und ggfls. durchgeführt werden könnten?

Kaum etwas ist kritischer, als bei Verdacht auf Progress, überstürzt zu handeln! Und so sind häufig die größten Probleme bei der „Diagnose Progress“ Panik und Aktionismus. Teilweise werden kurzfristig Operationen durchgeführt oder eine laufende Therapie wird schon mal abgesetzt in Vorbereitung auf irgendeine neue Therapie oder Studie, die da eventuell kommen könnte.

Obwohl Forschung und Behandlung der GIST in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht haben, sind die Optionen noch immer limitiert. Das heißt ganz klar: Es ist ein „Spiel“ auf Zeit! Betroffene und Ärzte sollten darauf achten, dass Patienten möglichst lange von der jeweiligen Therapie profitieren – bei akzeptabler Lebensqualität.

Wichtig ist also bei Verdacht auf Progress – ein systematisches, wohlüberlegtes Abklären der Situation mit Expertise und Erfahrung. Im Einzelfall können erfahrene GIST-Experten durchaus auch ein individuelles Vorgehen vorschlagen. Sollte es sich z.B. wirklich um einen Progress handeln und dieser aber nur sehr langsam voranschreiten, könnte „Watch & Wait“ (= Beobachten & Abwarten) eine Option sein: Also – die engmaschige Kontrolle der fortschreitenden Erkrankung bis eine Therapie-Änderung notwendig wird oder neue Optionen in Form von klinischen Studien zur Verfügung stehen. Besonders im Progress-Fall ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit enorm wichtig, um zu klären, ob wirklich ein Progress vorliegt und welche medikamentösen und/oder chirurgischen Optionen sich bieten.

Falls der Progress bestätigt ist: Die erste Maßnahme bei Progress unter Imatinib-Therapie, ist in der Regel die Dosiserhöhung von Imatinib auf 800 mg/Tag. Hiervon profitieren etwa ein Drittel der Patienten – etliche sogar über 2 Jahre. Sollte auch diese Maßnahme nicht ausreichen, steht mit dem Multikinase-Inhibitor Sunitinib eine weitere effektive Therapie zur Verfügung.

Mehr zur Sunitinib-Therapie.

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