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Pathologie der GIST oder was sagt eigentlich mein Pathologie-Befund?

 

Zum Thema Pathologie tauchen meist viele Fragen auf. Einige wollen wir hier beantworten.

 

Was ist ein Pathologe?

Ein Pathologe ist ein Arzt, der durch Untersuchungvon Geweben, Zellen und Körperflüssigkeiten Krankheiten diagnostiziert. Im Fall eines GIST, untersucht der Pathologe Gewebe von Biopsien und operativen Eingriffen. Obwohl der Chirurg den Verdacht auf einen GIST infolge präoperativer bildgebender Verfahren und dem Aussehen des Tumors während der Operation äußern mag, so ist nur der Pathologe in der Lage die Diagnose GIST zu sichern. Nach Untersuchungen und Tests des Gewebes Ihres Tumors im Labor, beschreibt der Pathologe Tumorcharakteristika mit denen es möglich ist, eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit zu machen, mit der Ihr GIST wieder auftreten könnte. oder in Ihre Leber, Ihre Bauchhöhle oder in seltenen Fällen in andere Körperteile streuen (metastasieren) könnte. Obwohl Patienten mit Pathologen selten in Kontakt kommen, sind diese Ärzte äußerst wichtige „Lotsen“ für Ihre Behandlung, da sie:

  • Präoperative Biopsien untersuchen um eine Diagnose zu stellen
  • Einen GIST diagnostisch von anderen Tumortypen abgrenzen, um Richtlinien für die weitere therapeutische Vorgehensweise festzulegen
  • Nach einer Operation beurteilen, ob die Schnittränder im gesunden Gewebe liegen
  • Die Risikokategorie (Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens) des Primärtumors bestimmen
  • Metastasen, die schon bei Diagnosestellung als solche vorhanden waren, bestätigen
  • Die Informationen/Daten liefern, um entscheiden zu können, ob nach vollständiger operativer Entfernung des Primärtumors, eine medikamentöse (adjuvante = vorsorgliche) Therapie mit Imatinib angewendet wird.


Warum ist mein Pathologiebefund wichtig für mich?

Der Pathologiebefund liefert die Diagnose des Tumors, der bei Ihnen biopsiert oder chirurgisch entfernt wurde: Gastrointestinaler Stromatumor (GIST). Die in Ihremn Pathologiebefund beschriebenen Tumorcharakteristika sind Voraussetzung für die für Sie am meisten in Frage kommende Therapie. Ihr Onkologe wird Ihren Pathologiebefund zur Planung Ihrer Therapie heranziehen. Sie sollten Ihren Befund mit
Ihrem Onkologen diskutieren, damit Sie über Ihren GIST Bescheid wissen und die Auswahl Ihrer Therapiemöglichkeiten kennen lernen.


Was bedeutet GIST-Diagnostik?

Gewöhnlich wird ein GIST durch das optische Erscheinungsbild der Tumorzellen diagnostiziert plus Tests, die das Vorhandensein des KIT-Proteins (auch CD117 genannt) in der Tumorzelle nachweisen. Der Nachweis von KIT-Proteinen erfolgt mit Hilfe immunhistochemischer Methoden (einer speziellen Labortechnik mit der Proteine in Zellen nachgewiesen werden). Zusätzlich kann das Nichtvorhandensein anderer Proteine, die von GISTs selten exprimiert werden, durchaus von diagnostischem Nutzen sein. Obwohl einige andere abdominelle Tumoren in seltenen Fällen KIT-positive Tests ergeben, kann der Pathologe eine Auswahl weiterer Untersuchungen verwenden, um zwischen den möglichen Diagnosen zu differenzieren. Die wenigen KIT-Protein-negativen GISTs können durch einen extra qualifizierten Pathologen durch zusätzliche Tests identifiziert werden.


Was bedeuten Mutation und KIT-Protein (CD117)?

Heute ist bekannt, dass den meisten bösartigen Tumorerkrankungen Veränderungen (= Mutationen) in den Genen zugrunde liegen. Gene sind einzelne Abschnitte unserer Erbsubstanz – der DNA, welche im Kern jeder Zelle sitzt. Gene beinhalten „Bauanleitungen“ für viele „Bauteile“ des Körpers, wie zum Beispiel „Baupläne“ für Eiweiße (= Proteine). Wird ein Gen durch bestimmte Einf lüsse geschädigt, führt dies zu einer fehlerhaften „Bauanleitung“. So kann ein defektes Protein oder die falsche Anzahl an Proteinen produziert werden – mit eventuell ernstzunehmenden Folgen. Durch Veränderungen (= Mutationen) im KIT- oder PDGFRA-Gen sind bei GISTZellen die Rezeptor-Proteine – also die Antennen – fehlerhaft aufgebaut.

Das heißt: Im Falle der Erkrankung GIST ist ein bestimmtes Enzym dauerhaft aktiv und lässt sich auf natürliche Art nicht mehr „abschalten“. Als Folge kommt es zu einem unkontrollierten Zellwachstum – zu einem Tumor. Das Vorhandensein und die Lokalisation der jeweiligen Mutationen (= Exon) kann man mittels Mutationsanalyse genau bestimmen. Bei GIST kennt man derzeit im Wesentlichen die Mutationen in

  • Exon 9 – 11 – 13 oder 17 (bei KIT)
  • Exon 12 – 14 oder 18 (bei PDGFR)
  • Keine nachweisbare Mutation

Die meisten GIST beinhalten also Veränderungen (= Mutationen) im KIT-Gen (ca. 80%), bei einer kleineren Gruppe liegen Mutationen im PDGFRA-Gen vor und bei einer dritten Gruppe kann – trotz genauester GIST-Diagnose – keine Mutation nachgewiesen werden - sogenannte Wildtyp-GIST.

GIST durch PDGFRA-Mutation: Etwa 5 % - 10 % aller GISTs haben normale KITGene, werden jedoch durch eine aktivierende Mutation im Gen eines anderen Wachstumsfaktor-Rezeptors, genannt „Blutplättchen-Wachstumsfaktor-Rezeptor alpha“ (PDGFRA), verursacht.


Wildtyp-GIST: Tumoren, die keine aktivierenden Mutationen der KIT- oder PDGFRA-Gene zeigen, werden „Wildtyp-GISTs“ genannt. Die Auslöser ihres Wachstums sind bisher nicht bekannt. Der Anteil dieser Wildtyp-GISTs, beträgt etwa 10 % - 15 % aller GISTs. In einer geringen Anzahl dieser Fälle sind Mutationen des B-RAFOnkogens bereits nachgewiesen worden.

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