lebh nier logo header lebh nier headerbild

NIERENKREBS

leistenbild-nier



Sport

Foto: Martina Friedl

Bewegung und Sport kann eine sehr wichtige Rolle dabei spielen die Lebensqualität von Nierenkrebs-Patienten zu verbessern!

Leider wird vielen Patienten häufig von körperlicher Aktivität abgeraten, dabei konnten die positive Effekte von Bewegung und Sport für Krebspatienten inzwischen mehrfach wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Welche Auswirkungen hat Bewegung auf den Körper?

  • Erhalt der Mobilität
  • Aufbau und Erhalt von Muskelkraft
  • Stärkung des Immunsystems
  • Antientzündliche Wirkung
  • Reduktion von Erschöpfungszuständen
  • Schmerzlinderung
  • Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems
  • Schulung der Körperwahrnehmung
  • Regulation des Hormonstoffwechsels

Welche Auswirkungen hat Bewegung auf das psychische und psychosoziale Wohlbefinden?

  • Aufbau / Steigerung des Selbstbewusstseins
  • Stärkung von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
  • Abbau von Stresshormonen
  • Reduktion von Ängsten und depressiven Stimmungen
  • Schmerzlinderung
  • Entdeckung von Freude an Bewegung
  • Psychosoziale Förderung durch Erhalt der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit

BewegungFoto: Martina Friedl und Sport bedeuten nicht gleich zwangsläufig Wettkampf und Leistungssport. Vor dem Hintergrund einer Nierenkrebserkrankung ist hiermit vor allem ein aktiv gestalteter Lebensstil gemeint, der vermehrt körperliche Aktivität in den Alltag integriert und somit die Gesundheit fördert.
 
Dies kann bereits über kleine Veränderungen im Alltagsverhalten erreicht werden, indem Sie beispielsweise die Treppen gehen, anstatt den Aufzug zu nehmen, oder zu Fuß laufen und Fahrrad fahren, anstatt das Auto zu benutzen. Allgemein ist die körperliche Aktivität von Ihren persönlichen Ansprüchen und Ihrem Befinden abhängig. Ihr eigenes Interesse steht dabei im Vordergrund, da Sie eine Bewegungsform, die Sie mögen, vermutlich regelmäßiger und über einen längeren Zeitraum ausführen werden.
 

Was kann körperliche Aktivität während einer Krebstherapie bewirken?

  • Aufhebung bzw. Verhinderung von Bewegungseinschränkungen nach der Operation
  • Übungen, die die Bein- und Rückenmuskulatur kräftigen und die Lungenfunktion verbessern, beugen Lungenentzündung,
    Muskelabbau und anderen Folgen von Bewegungsmangel vor
  • Körperliche Aktivität
    • regt das herz-Kreislauf-System an
    • regt den Appetit an und bewahrt daher vor Auszehrung
    • senkt das Infektionsrisiko und verkürzt die Liegedauer
    • lindert das Fatigue-Syndrom (Erschöpfungssyndrom) und stellt den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus wieder her
    • stärkt das Selbstvertrauen und hilft, sich wieder an den eigenen Stärken zu orientieren
    • steigert die Lebensqualität und das persönliche Wohlbefinden
  • Gemeinsame körperliche Aktivität mit anderen Betroffenen fördert die Kommunikation und das soziale Miteinander


Sollten Sie mit einem körperlichen Training beginnen wollen, ist zunächst ein Arztbesuch zu empfehlen. Ihr behandelnder Arzt sollte Ihnen bescheinigen, dass eine sportliche Betätigung aus onkologischer Sicht unbedenklich ist. Eine solche medizinische Unbedenklichkeitserklärung ist die Voraussetzung für ein körperliches Training.

Können Krebs-Patienten uneingeschränkt Sport treiben?

Uneingeschränkt ist natürlich ein sehr großes Wort. Hier kommt es auf den richtigen Zeitpunkt und die Art von Sport an. Kurze Zeit nach der Operation des Primärtumors sind bestimmt nicht alle Sportarten empfehlenswert. Hier ist ein auf die Leistungsfähigkeit des Patienten abgestimmter Weg nötig. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt und ggf. einem Physiotherapeuten beraten, wie Sie Ihren individuellen Weg finden können. Bei vielen Patienten kommt es aber vor allem nach länger dauernder Einnahme von systemischen Therapien zu einem etwas eingeschränkten Leistungsvermögen (niedrigerer Hb-Wert, Fatigue). Deshalb sollten Patienten sich nicht überanstrengen. Sie sollten einfach ihr Leistungsfähigkeitsbarometer - wenn man so will - ein bisschen runterschrauben und nicht glauben, sie müssten erreichen, was sie vorher immer erreicht haben, sonst führt das unweigerlich zu Frustrationen. Wenn jemand zum Beispiel gewohnt war, 40 Kilometer zu marschieren, dann wird er sich wahrscheinlich schwer tun, wieder 40 Kilometer zu marschieren. Der sollte dann einfach seinen Soll-Wert runterschrauben, zum Beispiel auf 20 Kilometer, und die 20 kann er dann auch leisten. Das ist dann befriedigender als immer 40 zu wollen, aber nur 20 zu schaffen.


Grundsätzlich ist Bewegung aber sehr wichtig, die Patienten sollen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten körperlich betätigen. Eine gewisse körperliche Aktivität ist ganz wichtig zur Vorbeugung und auch Behandlung des chronischen Müdigkeitssyndroms.

Extremsportarten sollte man prinzipiell mit Zurückhaltung betrachten, aber es gibt auch da keine Einschränkung im strengen Sinne. Da muss jeder selbstkritisch sein und sollte sich nicht überfordern. Aber es gibt keine Sportart, die jetzt medizinisch gesehen nicht vereinbar mit der Diagnose Nierenkrebs oder mit der Einnahme von systemischen Therapien wäre.

Im Gespräch

Login

German English French Italian Portuguese Russian Spanish Turkish