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NIERENKREBS

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Welche Nachsorge ist bei Nierenkrebs notwendig?

 

Nach der Operation des Tumors erfolgt in der Regel eine so genannte Nachbehandlung oder Nachsorge. Dabei werden in regelmäßigen Abständen verschiedene Untersuchungen vorgenommen. In der Regel erfolgt dies beim niedergelassenen Arzt oder in der behandelnden Klinik.

Ziel einer solchen Nachsorge ist es, den Heilerfolg regelmäßig zu kontrollieren, ggf. Komplikationen schnell zu behandeln und ein eventuelles Wiederauftreten der Erkrankung (Rezidiv, Metastasierung) frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu therapieren. Ein Wiederauftreten der Erkrankung tritt - je nach Risiko - in der Regel am häufigsten in den ersten beiden Jahren nach der Operation des Tumors (Primärtherapie) auf, kann aber auch noch nach zehn Jahren und mehr beobachtet werden.

Wichtig: In seinem eigenen Interesse, sollte jeder Nierenkrebs-Patient auf einer langfristigen und (je nach Erkrankungssituation) engmaschigen Kontrolle bestehen! Nierenkrebs-Experten empfehlen Verlaufskontrollen auch noch weit über fünf Jahre hinaus durchzuführen, da Rückfälle durchaus auch noch nach etlichen Jahren vorkommen können.

Aussagekräftige Studiendaten zur Tumornachsorge bei Patienten mit Nierenzellkarzinom existieren leider nicht. Die Nachsorgeempfehlungen sind risiko-adaptiert.

Was bedeuetet risiko-adaptierte Nachsorge?

Die Nachsorge erfolgt risiko-adaptiert. Risiko-adaptiert bedeutet, dass die Nachsorge das persönliche, sehr individuelle Risiko einen Rückfall der Erkrankung zu bekommen (z.B. Metastasen zu entwickeln) berücksichtigt. Das Risiko innerhalb der ersten Jahre nach Entfernung des Tumors Metastasen zu bilden, ist in den Risikogruppen unterschiedlich stark ausgeprägt.

Die Grundlage für die Risikoabschätzung bildet dabei oft die schriftliche Beurteilung des Tumors: histologischer oder auch pathologischer Befund genannt. Dieser Befund steht meist auch auf dem Entlassungsbericht der behandelnden Klinik.

Um einen Patienten einer Risikogruppe zuordnen zu können, werden in den deutschen Leitlinien folgende Kriterien berücksichtigt:

Basierend auf den jeweiligen Faktoren und ihrer Bewertung erfolgt durch den behandelnden Arzt eine Einteilung in die Risikogruppen:

  • niedriges Risiko
  • mittleres Risiko
  • hohes Risiko

Zu welcher Risikogruppe gehöre ich?

Wie schon geschrieben, ist das Risiko innerhalb der ersten Jahre nach Entfernung des Tumors Metastasen zu bilden, in den Risikogruppen unterschiedlich stark ausgeprägt.

 

niedriges Risiko:

pT1a/b cN0 cM0 G1-2
Was bedeutet das?

Tumoren in der Größe T1a oder T1b
ohne befallene Lymphknoten
keine Metastasen
Fuhrmann Grading G1-G2

Hier können Sie mehr über diese "Tumorformel" lesen.

mittleres Risiko:

pT1a/b cN0 cM0 G3
Was bedeutet das?
Tumoren in der Größe T1a oder T1b
ohne befallene Lymphknoten
Keine Metastasen
Fuhrmann Grading G3

pT2 c/pN0 cM0 G1-2
Was bedeutet das?
Tumoren in der Größe T2
ohne befallene Lymphknoten
Keine Metastasen
Fuhrmann Grading G1-G2

Tumoren, die mit ablativer Therapie behandelt wurden

Tumoren, die eigentlich ein geringes Risiko haben, aber mit positiven Schnitträndern operiert wurden (R1 Situation)

Hier können Sie mehr über diese "Tumorformel" lesen.

hohes Risiko:

pT2 c/pN0 cM0 G3
Was bedeutet das?
Tumoren in der Größe T2
ohne befallene Lymphknoten
Keine Metastasen
Fuhrmann Grading G3

pT3-4 u./o. pN+
Was bedeutet das?
Tumoren ab der Größe T3 oder T4
mit oder ohne befallene Lymphknoten

Hier können Sie mehr über diese "Tumorformel" lesen.

Sie sind sich nicht sicher, welches Risiko Sie haben? Fordern Sie von der Klinik oder ihrem behandelnden Arzt den Entlassungsbrief aus der Klinik oder den pathologischen Befund an. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie den Befund interpretieren können, rufen Sie uns an, wir unterstützen Sie.

Welche Untersuchungen werden vorgenommen?

Zur risikoadaptierten Nachsorge von Patienten nach der Operation eines nicht metastasierten Nierenzellkarzinoms sollten angeboten werden:

 

Zu den Laborwerten gehören z.B.:

  • ein Blutbild z.B. für die Bestimmung von Hämoglobin
  • Laktatdehydrogenase (LDH); Stoffwechsel-Enzym
  • Kreatinin,
  • CRP (C-reaktives Protein, ein Entzündungshemmer) bzw. BSG (Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit)
  • das Schilddrüsenhormon TSH vor CT mit Kontrastmittelgabe

Spezifische Laborwerte für das Fortschreiten (= Progression) eines Nierenzellkarzinoms gibt es derzeit noch nicht (wie z.B. der PSA-Wert beim Prostatakarzuinom). Das heißt, es gibt noch keine Werte (Anzeichen) z.B. im Blut, die auf einen Rückfall schließen lassen würden.

Untersuchungen bei einem niedrigen Risiko

Bei einem Patienten mit einem niedrigen Risiko werden lt. S3-Leitlinie folgende Untersuchungen vorgeschlagen:

 

  Zeitpunkt der Untersuchungen in den Jahren
 

3
Mon.

6
Mon.
1
Jahr
1,5

2

3

4

5

Klinische Untersuchung X X X X X X X X
Laborwert-
kontrolle
X X X X X X X X
Ultraschall Oberbauch X X X X   X   X
CT
Lunge
    X   X   X  
CT
Oberbauch
(X)       X   X  

Nach 5 Jahren wird lt. S3-Leitlininen keine weitere Nachsorge mehr empfohlen.

ABER: In Ihrem eigenen Interesse, sollte Sie Verlaufskontrollen auch noch weit über fünf Jahre hinaus durchführen lassen, da Rückfälle durchaus auch noch nach etlichen Jahren vorkommen können.

Untersuchungen bei einem mittleren Risiko

Bei einem Patienten mit einem mittleren Risiko werden lt. S3-Leitlinie folgende Untersuchungen vorgeschlagen:

 

  Zeitpunkt der Untersuchungen
 

3
Mon.

6
Mon.
1
Jahr
1,5

2

3

4

5

7

9

Klinische Untersuchung X X X X X X X X X X
Laborwert-
kontrolle
X X X X X X X X X X
Ultraschall Oberbauch X X   X X X X      
CT
Lunge
  X X   X X X X X X
CT
Oberbauch
(X)   X     X   X X X

Nach 9 Jahren wird lt. S3-Leitlininen keine weitere Nachsorge mehr empfohlen. Die S3-Leitlinie für das mittlere Risiko ist mit 9 Jahren Nachsorge schon sehr langfristig - langfristiger als alle Nachsorge-Emfpehlungen auf der ganzen Welt, 

ABER: In Ihrem eigenen Interesse, sollte Sie Verlaufskontrollen auch noch weit über 9 Jahre hinaus durchführen lassen, da Rückfälle durchaus auch noch nach etlichen Jahren vorkommen können.

 

Untersuchungen bei einem hohem Risiko

Bei einem Patienten mit einem hohem Risiko werden lt. S3-Leitlinie folgende Untersuchungen vorgeschlagen:

 

  Zeitpunkt der Untersuchungen
 

3
Mon.

6
Mon.
1
Jahr
1,5 2 3 4 5 7 9
Klinische Untersuchung X X X X X X X X X X
Laborwert-
kontrolle
X X X X X X X X X X
Ultraschall Oberbauch X (X)   X   X X      
CT
Lunge
  X X X X X X X X X
CT
Oberbauch
(X) (X) X   X     X X X

Nach 9 Jahren wird lt. S3-Leitlininen keine weitere Nachsorge mehr empfohlen. Die S3-Leitlinie für das hohe Risiko ist mit 9 Jahren Nachsorge schon sehr langfristig - langfristiger als alle Nachsorge-Emfpehlungen auf der ganzen Welt,

ABER: In Ihrem eigenen Interesse, sollte Sie Verlaufskontrollen auch noch weit über 9 Jahre hinaus durchführen lassen, da Rückfälle durchaus auch noch nach etlichen Jahren vorkommen können.

Welche Untersuchungen werden NICHT vorgenommen?

Die Skelettszintigraphie, PET/CT und MRT/CT Schädel erscheinen in der Tumornachsorge - auch bei Hochrisikopatienten - nicht regulär gerechtfertigt. Beim Nachweis jeglicher Metastasierung bzw. klinischem Verdacht auf Knochen-Metastasen sollten weiterführende Untersuchungen veranlasst werden.

Quelle für die Nachsorgeuntersuchungen und Intervalle: S3 Leitlininien Nierenzellkarzinom

 

Neben der Krebsnachsorge für das Nierenzellkarzinom sollten Sie jedoch NIE die gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramme vernachlässigen, denn je früher Krebs erkannt wird, desto eher ist er heilbar. Für diese gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramme fallen Ihnen keine Kosten an. Sie gehören zur Regelleistung ihrer Krankenkasse.

Gesetzliche Krebsfrüherkennung für Frauen

Ab dem Alter von

20: Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs im jährlichen Turnus

30: Früherkennung von Brustkrebs im jährlichen Turnus

35: Früherkennung von Hautkrebs im 2-jährlichen Turnus

50 bis 54: Früherkennung von Darmkrebs, jährlicher Turnus (Beratung, Tastuntersuchung des Enddarms, Papierstreifentest auf verborgenes Blut im Stuhl

50 bis 69 Jahre Früherkennung von Brustkrebs durch Mammographie Screening, 2-jährlicher Turnus

55: Früherkennung von Darmkrebs mit dem Wahlrecht - entweder 2 Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren oder Papierstreifentest auf verborgenes Blut im Stuhl

Gesetzliche Krebsfrüherkennung für Männer

Ab dem Alter von

35: Früherkennung von Hautkrebs im 2-jährlichen Turnus

45: Früherkennung von Prostatakrebs, jährlicher Turnus

50 bis 54: Früherkennung von Darmkrebs, jährlicher Turnus (Beratung, Tastuntersuchung des Enddarms, Papierstreifentest auf verborgenes Blut im Stuhl

55: Früherkennung von Darmkrebs mit dem Wahlrecht - entweder 2 Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren oder Papierstreifentest auf verborgenes Blut im Stuhl

 

 

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