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NIERENKREBS

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Aus der Vergangenheit: Immun- und Immunchemotherapie

Das Nierenzellkarzinom gilt als so genannter immunabhängiger Tumor: Patienten, die eine immunsuppressive Therapie erhielten, also eine Behandlung zur Unterdrückung des Immunsystems, erkrankten häufiger an einem Nierenzellkarzinom. Daraus schloss man, dass ein geschwächtes Immunsystem eine Rolle in der Entstehung der Erkrankung zu spielen scheint. Im Umkehrschluss lies dies jedoch auch vermuten, dass eine entsprechende Anregung des Immunsystems, eine gewisse Wirksamkeit gegen das Nierenzellkarzinom haben dürfte. Daher wurde die Erkrankung bereits vor Jahren mit einer Immuntherapie behandelt.

Diese „alte“ Immuntherapie hatte jedoch einen völlig anderen Ansatz als die neuen, derzeit in der Forschung beobachteten Behandlungen. Dabei sollte durch eine allgemeine (unspezifische) Stimulation des Immunsystems die Zerstörung des Tumors herbeigeführt werden. Eingesetzt wurden die Medikamente Interleukin-2 (IL-2) und/oder Interferon-alpha. Beides sind Botenstoffe des Immunsystems (so genannte Zytokine), welche die körpereigenen Abwehrzellen direkt aktivieren. Interferon-alpha (Roferon A®) verhindert die Zellteilung und damit das Tumorwachstum. Interleukin-2 (Proleukin®) dagegen fördert das Zellwachstum und die Ausbildung von Zellen, die Krankheitserreger angreifen (so genannte immunologische Effektorzellen). Beide Wirkmechanismen scheinen sich zu ergänzen. 

In der Zytokin-Therapie gibt es keine einheitliche Behandlung. Je nach Klinik, Voraussetzung des Patienten und Land, in dem behandelt wird, können die Dosierung und die Kombination mit anderen Medikamenten unterschiedlich sein. Nach Behandlung mit dieser Art der Immuntherapie konnte in Einzelfällen ein langjähriges krankheitsfreies Intervall beobachtet werden. Nach Zulassung der neuen zielgerichteten Therapien hinterfragten Experten jedoch den Stellenwert dieser Kombination,

da:

  • nur klarzellige Nierenzellkarzinome für diese Behandlung geeignet waren,
  • nur 5-20% der Patienten überhaupt auf die Therapie ansprachen und
  • die Therapie mit sehr hohen Nebenwirkungen verbunden war.

 

Letztendlich hat die Behandlung im Fall des Nierenzellkarzinoms zumeist nicht die erhofften Ergebnisse gebracht. Trotzdem lässt sie das große Potenzial der Immuntherapeutika erahnen.

 

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