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NIERENKREBS

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Stereotaktische Bestrahlung in Einzeldosis bei Nierenkrebs

 

Viele Nierenkrebs-Patienten kennen diese Methode zur Behandlung von z.B. Hirn-, Knochen- und Lungenmetastasen. Jedoch gab es bislang keine Veröffentlichungen zur Behandlung von Nierentumoren mittels Radiochirurgie.

Cyberknife

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Cyberknife, Accuray

 

Studienergebnis: Radiochirurgie zur Behandlung von Nierentumoren

Radiochirurgie ist eine neue, hochpräzise Art der Strahlentherapie. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: Beitrag Radiochirurgie und pdf Wissenswert 03/2011. (5.63 MB) Es gibt bereits ausgewählte Patienten bei denen diese Art der Strahlentherapie angewandt wurde, um das Wachstum des Tumors zu kontrollieren.

In dieser Studie wird über Nierentumor-Patienten berichtet, die mittels einer stereoataktischen Bestrahlung in nur einer einzigen Sitzung - Einzeldosis (Single-Fraction SRS) - behandelt wurden. Quelle: J Urol. 2014 Aug 14. pii: S0022-5347(14)04215-3. doi: 10.1016/ j.juro. 2014.08.044. Single-fraction radiosurgery for the treatment of renal tumors.

Vierzig Patienten wurden in die Studie aufgenommen. Bei allen Patienten hätte anhand der Diagnose eigentlich eine Nierenentfernung durchgeführt werden müssen, wodurch sie eventuell dialysepflichtig geworden wären. Anstatt der Operation wurden die Patienten einmalig radiochirurgisch behandelt. Nach der Behandlung wurden alle drei Monate, bis zu einem Endpunkt von sechs Monaten, folgende Faktoren kontrolliert:

  • die Reaktion des Tumors auf die Bestrahlung (sogenannte Tumor response),
  • die Nierenfunktion,
  • unerwünschte Nebenwirkungen und
  • das so genannte Gesamtüberleben.

Ergebnisse:

Insgesamt wurden 45 Nierentumoren behandelt. In einem Beobachtungszeitraum von neun Monaten konnten 98% der Tumore unter Kontrolle gehalten werden. 38 Raumforderungen zeigten eine messbare Größenreduktion - inklusive 19 kompletten Rückbildungen (Remission). Zusätzlich blieb die Nierenfunktion über den Untersuchungszeitraum stabil. Auch die Nebenwirkungen hielten sich in Grenzen: Bei einem Patienten kam es zu einer leichten Hautrötung, drei Patienten berichteten über Müdigkeit und einer litt unter leichten Übelkeit. Bei allen Patienten konnte eine Nierenentfernung vermieden werden.

Fazit:

Die Stereotaktische Bestrahlung in einer einzelnen Sitzung (Single-fraction SRS) als ambulantes Verfahren ist eine Behandlungsmethode mit relativ hoher Sicherheit und Wirksamkeit. Der behandlungsbedingte Verlust von Nierenfunktion und einer eventuellen Blutwäsche (Dialyse) konnte bei ausgewählten Patienten vermieden werden. Die onkologischen Ergebnisse sind innerhalb des Beobachtungszeitraums ähnlich zu denen anderer ablativer Techniken bei Nierentumoren. Die funktionellen Ergebnisse sind bisher hervorragend. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um langfristige Ergebnisse und Grenzen dieser Behandlung zu untersuchen.

Zusätzliche Information vom Lebenshaus:

Diese Methode steht nicht überall zur Verfügung, wird nicht von allen Krankenkassen bezahlt und die Entscheidung für eine Radiochirurgie-Behandlung sollte im Bestfall immer interdisziplinär getroffen werden.

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