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NIERENKREBS

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Behandlungsleitlinien beim Nierenzellkarzinom


Für die Behandlung des Nierenzellkarzinoms existieren seit September 2015 Behandlungs-Leitlinien. Diese sollen Mediziner unterstützen und ihnen Orientierung im Sinne von Entscheidungs- und Handlungsoptionen bieten.
Leitlinien sind im Gegensatz zu Richtlinien nicht verbindlich.
Die Anwendbarkeit einer bestimmten Empfehlung in der individuellen Situation ist unter Berücksichtigung der vorliegenden Gegebenheiten (z. B. Begleiterkrankungen des Patienten, verfügbare Ressourcen) zu prüfen. Quelle: ÄZQ - www.leitlinien.de

An der Erstellung waren 30 Verbänden, Fachgesellschaften und Vereinen aus den verschiedensten Bereichen an der Erstellung der Leitlinien beteiligt – alle Vertreter arbeiteten ehrenamtlich. Da die Entwicklung von Leitlinien einen hohen zeitlichen Aufwand bedeutet, wurden die Themenkomplexe durch unterschiedliche Arbeitsgruppen bearbeitet, die von verschiedenen Gruppenleitern betreut wurden.

Das Lebenshaus e.V. vertrat die Patienten-Perspektive in den Leitlinien Diskussionen.

Patientenleitlinien Nierenzellkarzinom

Grundlage für die Patientenleitlinie ist die S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms“. In dieser Patientenleitlinie werden die Handlungsempfehlungen für Ärzte in eine allgemeinverständliche Sprache überführt. Die wissenschaftlichen Quellen, auf denen die Aussagen dieser Patientenleitlinie beruhen, sind in der S3-Leitlinie aufgeführt und dort nachzulesen.

Das ÄZQ (Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin) hat diese patientenfreundliche Version der Leitlinien erstellt. Auch hier hat das Lebenshaus e.V. maßgeblich mitgearbeitet und die Perspektive der Nierenkrebs-Patienten verteten.

Die Patientenleitlinien können sie bei uns in Druckform bestellen oder herunterladen:

pdf PLL Nierenkrebs fruehes Stadium (1.16 MB)

pdf PLL Nierenkrebs metastasiert (1.21 MB)

Leitlinien Nierenzellkarzinom für medizinisches Fachpersonal

Diese Leitlinie enthält Handlungsempfehlungen für verschiedene Berufsgruppen, die an der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Nierenzellkarzinom beteiligt sind.

Koordiniert und initiiert durch die Deutsche Gesellschaft für Urologie und die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie und gefördert durch die Stiftung Deutsche Krebshilfe im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie, haben mehrere medizinische Fachgesellschaften diese Leitlinie erstellt. Die Empfehlungen sind für Fachleute formuliert und daher nicht für jeden verständlich.

Die Nierenzellkarzinom Leitlinien für Ärzte finden Sie hier zum Download:
Lang- und Kurzfassung der Deutschen Nierenzellkarzinom Leitlinie

 

Hier finden Sie mehr Hintergrundwissen über Leitlinien

Hintergrundwissen "Leitlinien"

Idealerweise unterliegen medizinische Leitlinien einem systematischen und transparenten Entwicklungsprozess, sie sind wissenschaftlich fundierte, praxisorientierte Handlungsempfehlungen. Sie geben Ärzten Orientierung im Sinne von Entscheidungs- und Handlungsoptionen. Die tatsächliche Umsetzung liegt jedoch immer im Ermessensspielraum des Behandlers; ebenso sind im Einzelfall die Präferenzen der Patienten in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.

In Deutschland werden ärztliche Leitlinien meist von den Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), der ärztlichen Selbstverwaltung (Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung) oder von Berufsverbänden entwickelt und verbreitet.

Bezüglich den Definitionen, Zielen und Aufgaben existieren in Deutschland, aber auch international einheitliche Vorstellungen.

Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, www.leitlinien.de

Was sind Leitlinien?

Leitlinien

  • sind systematisch entwickelte, wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Entscheidungshilfen für die angemessene ärztliche Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen,
  • stellen den nach einem definierten, transparent gemachten Vorgehen erzielten Konsens mehrerer Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen und Arbeitsgruppen (möglichst unter Einbeziehung von Patienten und anderen Fachberufen des Gesundheitswesens) zu bestimmten ärztlichen Vorgehensweisen dar,
  • sollen regelmäßig auf ihre Aktualität hin überprüft und ggf. fortgeschrieben werden,
  • sind Orientierungshilfen im Sinne von "Handlungs- und Entscheidungskorridoren", von denen in begründeten Fällen abgewichen werden kann oder sogar muss.

Leitlinien sind im Gegensatz zu Richtlinien nicht verbindlich. Die Anwendbarkeit einer bestimmten Empfehlung in der individuellen Situation ist unter Berücksichtigung der vorliegenden Gegebenheiten (z. B. Begleiterkrankungen des Patienten, verfügbare Ressourcen) zu prüfen.

Aus Leitlinien können Zielgrößen und Indikatoren abgeleitet werden, anhand derer die Qualität der medizinischen Versorgung messbar und eine Unterscheidung zwischen gut und verbesserungsbedürftig ermöglicht wird.

Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, www.leitlinien.de

Themenkomplexe der Nierenzellkarzinom Leitlinie

Themenkomplexe sind unter anderem:

  • Epidemiologie, Risikofaktoren, Prävention und Früherkennung
  • Diagnostik, Prognosemarker und – scores (klinisch, molekular)
  • Active Surveillance (Aktive Überwachung) und Watchful Waiting(Abwarten), Fokale Therapien (Radiofrequenzablation, Kryoablation)
  • organerhaltende Operation,
  • OP-Techniken (offen-operativ, laparoskopisch, Roboter-gestützt), Lymphadenektomie
  • Systemtherapien: First-, Second-Line Therapien, Sequenz und Kombinationstherapien
  • Bedeutung der Primärtumorentfernung, Metastasenchirurgie
  • Neo-adjuvante Therapie, Adjuvante Therapie
  • Strahlentherapie
  • Supportive Maßnahmen, komplementäre Therapien
  • Rehabilitation und Nachsorge, Versorgungsstrukturen
  • psycho-onkologische Aspekte
  • Qualitätsindikatoren, Kostenaspekte

Wer hat die Nierenzellkarzinom Leitlinie initiiert?

Die „Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Nierentumoren – IAG-N“ der Deutschen Krebsgesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren immer für die Erarbeitung deutscher Leitlinien zur Behandlung des Nierenzellkarzinoms eingesetzt. Bereits im Jahr 2008 hatte die IAG-N einen Vorantrag zur Leitlinienentwicklung für das Nierenzellkarzinom angemeldet. Der final gestellte Hauptantrag wurde 2012 durch die AUO (Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie) und DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie) bewilligt. Nach fast dreijähriger Arbeit wurden die Behandlungs-Leitlinien im September 2015 veröffentlicht.

Was bedeutet S3?

Nach dem System der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) werden Leitlinien in drei Entwicklungsstufen von S1 bis S3 entwickelt und eingestuft, wobei S3 die höchste Qualitätsstufe ist.

  • S1: von einer Expertengruppe im informellen Konsens erarbeitet
  • S2: eine formale Konsensfindung oder eine formale „Evidenz“-Recherche hat stattgefunden
  • S3: Leitlinie mit zusätzlichen/allen Elementen einer systematischen Entwicklung (Logik-, Entscheidungs- und „Outcome“-Analyse, Bewertung der klinischen Relevanz wissenschaftlicher Studien und regelmäßige Überprüfung)

Ziele

Ziele von Leitlinien

Vorrangiges Ziel von Leitlinien ist die Verbesserung der Qualität medizinischer Versorgung durch Wissensvermittlung.

Leitlinien sollen darauf zielen:

  • unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen,
  • gute klinische Praxis zu fördern und die Öffentlichkeit darüber zu informieren,
  • Entscheidungen in der medizinischen Versorgung auf eine rationalere Basis zu stellen,
  • die Stellung des Patienten als Partner im Entscheidungsprozess zu stärken und
  • die Qualität der Versorgung zu verbessern.

Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, www.leitlinien.de

Aufgaben

Aufgaben

Leitlinien haben darüber hinaus die Aufgabe, das umfangreiche Wissen (wissenschaftliche Evidenz und Praxiserfahrung) zu speziellen Versorgungsproblemen

  • explizit darzulegen,
  • unter methodischen und klinischen Aspekten zu bewerten,
  • gegensätzliche Standpunkte zu klären,
  • unter Abwägung von Nutzen und Schaden das derzeitige Vorgehen der Wahl zu definieren.

Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, www.leitlinien.de

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