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NIERENKREBS

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Medikamenteneinsatz


Die Entscheidung welches Medikament bei der Behandlung des metastasiertem Nierenzellkarzinoms eingesetzt wird, erfolgt auf der Grundlage der Prognoseabschätzung und anderen Parametern. Gerade in einer metastasierten Situation ist eine Abschätzung des Risikos, mit dem die Erkrankung fortschreiten könnte, sinnvoll, da diese Einfluß auf die Therapiewahl hat.

Für das Nierenzellkarzinom gibt es hierbei verschiedene Systeme der Prognoseabschätzung, bei denen unterschiedliche Risikofaktoren erfasst werden, von denen bekannt ist, dass sie im Zusammenhang mit dem Fortschreiten einer Erkrankung stehen. Zur Abschätzung der Prognose wird dabei für jeden Risikofaktor ein Punkt vergeben und addiert.

Eines der bekanntesten (neueren) Systeme sind die so genannte IMDC Kritereien (auch Heng-Kriterien genannt). Dafür verwendet der behandelnde Arzt unter anderem einfach festzustellende Laborparameter.

System zur Prognoseabschätzung - der Motzer Score / MSKCC

Prognostisch ungünstige Fraktoren sind:

  1. ein schlechterer Allgemeinzustand (dieser wird mit dem sogenannten Karnofsky-Index beurteilt und liegt unter 80%)
  2. Zeitintervall weniger als ein Jahr zwischen der Erstdiagnose und Einsatz einer medikamentösen Therapie aufgrund einer Metastasierung
  3. Laborwert: niedrige rote Blutkörperchen (Hämoglobin (HB)) unter dem geschlechtsspsezifischen Normwert
  4. Laborwert: erhöhter Calciumspiegel (Hyperkalzämie)
  5. Laborwert: Neutrophile oberhalb des Normwerts
  6. Laborwert: Thrombozyten oberhalb des Normwerts

Die Abschätzung der Prognose nach MSKCC ist dabei im Allgemeinen:

  • Niedriges Risiko: 0 Punkte
  • Mittleres Risiko: 1-2 Punkte
  • Hohes Risiko: 3-5 Punkte

Daneben hängt jede Therapieentscheidung und jeder Therapiewechsel letztendlich aber auch immer von weiteren Parametern ab, die wir Ihnen hier vorstellen:

Patientenseitige Parameter

  • Allgemeinzustand des Patienten
  • Vorliegende Kontraindikationen wie z. B. Wechselwirkungmit anderen nötigen Medikamenten
  • Begleiterkrankungen (so genannte Komorbiditäten, wie z.B. Herzinfarkt)
  • Vorliegende Histologie des Tumors (klarzellig etc.)
  • Bei vorab informierten Patienten: der Patientenwunsch

Erkrankungsseitige Parameter

  • Art des Nierenzellkarzinoms (klarzellig, papillär etc.)
  • Ausmaß der Metastasierung
  • Prognoseabschätzung
  • Vortherapien und Ansprechen auf diese

Medikamentenseitige Parameter

  • Zulassung des Medikaments
  • Sequenz (die Reihenfolge, in der die Therapien verabreicht werden können, basiert maßgeblich auf den Zulassungstexten bzw. den vorliegenden Leitlinien)
  • Effektivität in der Erstlinie bzw. Zweitlinie (Therapiedauer, Ansprechen (Remission, Stabilisierung), Verträglichkeit etc.)

Ein wird Medikament genommen, bis es zu einem Wachstum der vorhandenen Metastasen oder einem Neuauftreten von Metastasen kommt. Dieses bezeichnet man als Fortschreiten der Erkrankung - auch Progress genannt. Auch Nebenwirkungen, die trotz unterstützender Behandlung für Sie nicht tolerierbar sind, können ein Grund sein eine Therapie zu wechseln. 

Aus diesem Grund werden die Medikamente nacheinander verabreicht. Das erste eingenommene Medikament wird Erstlinie genannt, das folgende Medikament als Zweitlinie etc. Somit bildet sich eine Reihenfolge, auch Therapiesequenz genannt.

Diese Reihenfolge der Medikamente basiert maßgeblich auf den Zulassungstexten bzw. den vorliegenden Leitlinien. Momentan gibt es noch keine festgelegte Sequenz der Nierenkrebs-Therapien und nach wie vor wird in Fachkreisen die Frage diskutiert, welches Medikament für welche Patienten wann am effektivsten ist.

Der hier dargestellte Algorithmus ist das Ergebnis einer Konsensus-Konfernz von deutschen, österreichischen und schweizerischen Experten und wurde durch die DGHO veröffentlicht.

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