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NIERENKREBS

Tivozanib - Fotivda®

Bereits im Herbst 2017 wurde Tivozanib, mit dem Handelsnamen Fotivda® von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zur Behandlung des fortgeschrittenen (metastasierten) Nierenzellkarzinoms zugelassen. Tivozanib ist eine zielgerichtete Therapie, ein sogenannter Multi-Tyrosinkinasehemmer (TKI).

Wir entschieden uns über die Zulassung von Tivozanib erst nach der Markteinführung zu berichten. Nun ist es soweit.

 

Für wen ist Tivozanib eine Therapieoption?

Tivozanib wird bei erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom eingesetzt, die vorher noch nicht behandelt wurden (Erstlinientherapie). Zudem kann es als Zweitlinientherapie eingesetzt werden bei Patienten, bei denen unter einer Zytokintherapie (zum Beispiel mit Interferon alpha) zu einem Fortschreiten der Erkrankung kam und die noch keinen VEGFR- (z.B. Bevacizumab) oder mTOR-Inhibitor (z.B. Everolimus) erhalten haben. Patienten in fortgeschrittenen Therapielinien können ebenfalls Tivozanib erhalten. Wann und bei wem Tivozanib als Therapie eingesetzt wird, entscheidet individuell der behandelnde Arzt.


Wie wird Tivozanib eingenommen?

Tivozanib wird einmal täglich als Hartkapsel eingenommen. Die Einnahme ist von den Mahlzeiten unabhängig. Eine Kapsel enthält 1340 µg (Mikrogramm) Wirkstoff. Tivozanib wird in Behandlungszyklen von jeweils vier Wochen eingesetzt: In den ersten 3 Wochen (21 Tagen) wird Tivozanib täglich eingenommen. Danach folgt eine Pause von 7 Tagen. Nach insgesamt 28 Tagen kann ein neuer Behandlungszyklus beginnen.


Wie kommt es zu der Zulassung von Tivozanib?

Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der TiVO-3-Studie mit 517 Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom. Über die TIVO-3-Studie haben wir bereits berichtet: TiVO-3 Studie

Unter Tivozanib zeigte sich in der Studie, im Vergleich zu Sorafenib, eine statistisch signifikante Verbesserung des objektiven Ansprechens sowie des progressionsfreien Überlebens, also der Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung. Die Verträglichkeit war unter Tivozanib besser als unter Sorafenib. 25% der Studienteilnehmer waren ältere Patienten ( ≥ 65 Jahre). Bei diesen Patienten zeigten sich keine Unterschiede in der Wirksamkeit im Vergleich zu jüngeren Patienten. Einige Nebenwirkungen traten bei den älteren Patienten jedoch häufiger auf.


Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Bluthochdruck, Müdigkeit, Durchfall, sowie Stimmstörungen, wie z.B. Heiserkeit.

Bei starken Nebenwirkungen kann eine Reduktion der Dosis erforderlich sein. Alle auftretenden Beschwerden sollten daher mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Wenn er die Nebenwirkungen kennt, kann er eine entsprechende Dosisanpassung vornehmen. Zur Beobachtung von möglichen unerwünschten Wirkungen ist es daher sinnvoll ein Therapie-Tagebuch zu führen und alle Beschwerden zu notieren. Therapie-Tagebücher können kostenfrei bei uns bestellt werden: Bestellung Therapie-Tagebuch

 

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