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Diagnostik?

Diagnose, Behandlung und Verlaufskontrolle von Sarkomen erfordern eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen. Dies sind im Wesentlichen: Onkologen, Chirurgen, Pathologen, Radiologen (Medizinische Bildgebung) und Radioonkologen (Strahlentherapie). Je nach Alter des Patienten, Erkrankungsstadium sowie Art und Lokalisation des Tumors können jedoch auch weitere Spezialisten aus anderen klinischen Bereichen wie z.B. der Pädiatrie/ Kinderonkologie, Gastroenterologie, Urologie, Gynäkologie, plastisch-rekonstruktive Chirurgie, u. a. am Diagnose- und Behandlungsprozess beteiligt sein.

Regelmäßige, feststehende Treffen von Ärztinnen und Ärzten unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen werden durchgeführt, um gemeinsam die diagnostische und therapeutische Vorgehensweise bei besonderen Tumorkrankheiten zu besprechen. Es gibt z.B. Sarkom-Zentren mit wöchentlichen Sarkom-Boards, in welchen bestimmte Patientenfälle vorgestellt, gemeinsam diskutiert und die erforderliche Behandlung festlegt wird.

Um die bestmögliche Behandlungsentscheidung treffen zu können, müssen im Bereich der Diagnostik z.B. folgende Fragen bei einem Weichgewebesarkom beantwortet werden:

  • Um welchen Sarkom-Subtyp handelt es sich?
  • Wo ist er lokalisiert?
  • Wie groß ist er?
  • Wie schnell wächst er?
  • Sind verschiedene Gewebe oder Organe betroffen?
  • Handelt es sich um einen einzelnen Tumor oder gibt es bereits Metastasen?

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Folgende Untersuchungsmethoden können im klinischen Alltag in der Phase der Diagnosestellung bei Sarkomen grundsätzlich eingesetzt werden:

  • Ultraschall (= Sonographie)
  • Endosonographie = Ultraschall von innen
  • Spiegelungen (...oskopien) – auch mit bestimmten Kontrastmitteln
  • Röntgen
  • MRT = Magnet-Resonanz-Tomographie oder auch Kernspintomographie genannt
  • CT = Computertomographie
  • DAS = Angiographie ggf. mit Intervention
  • Knochen-/Skelett-Szintigraphie
  • PET = Positronen-Emissions-Tomographie
  • Histologische Untersuchung
  • Ermittlung der Laborwerte

Sind die o. g. wesentlichen Fragen beantwortet, werden Sarkome nach der TNM-Klassifikation eingestuft, um Anhaltspunkte für die Art und die Intensität der Behandlung, sowie für eine erste Einschätzung der Heilungsaussichten zu bekommen.

 

Bildgebende Diagnostik?

Bildgebende Verfahren erzeugen Bilder vom Körperinneren. Die wichtigsten Verfahren, die heute im Bereich der Weichgewebesarkome eingesetzt werden, sind die Kernspintomografie (MRT) und die Computertomografie (CT). Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie oder Echografie) kann im Diagnoseprozess unter Umständen hilfreich sein, ersetzt aber niemals eine Schnittbildgebung (MRT, CT). Man unterscheidet bei diesen Untersuchungen grundsätzlich zwischen der „Detektion" des Tumors und dem „Staging".

  • Unter Detektion versteht man, dass die bildgebenden Verfahren belegen, ob tatsächlich ein Tumor im Weichgewebe vorhanden ist.
  • Staging hingegen bedeutet, dass die Bildgebung zur Feststellung der Ausbreitung der Erkrankung genutzt wird. Hierzu zählen z. B. die genaue Position des Tumors, seine Größe und ob der Tumor eventuell bereits metastasiert hat. Die Ergebnisse der bildgebenden Verfahren sind für die weitere Therapieplanung notwendig. Vor allem für eine eventuelle Gewebeentnahme und eine spätere Operation müssen die erstellten Bilder zur Verfügung stehen.

 

Gewebeentnahme (= Biopsie)?

Die Erkenntnisse aus einer Gewebeentnahme (= Biopsie) lassen Aussagen zu krankhaften Änderungen des feingeweblichen Aufbaus (= Pathohistologie) des untersuchten Gewebes zu. Insbesondere die Fragestellung, ob es sich um einen bösartigen oder gutartigen Tumor handelt und welcher Sarkom-Subtyp vorliegt, kann in der Regel nur durch eine Biopsie geklärt werden. Diese erfolgt entweder an einem Resektat, dass heißt an dem bereits herausoperierten Tumor oder an einer entnommenen Gewebeprobe. Bei einer Biopsie versucht der Arzt, Tumorgewebe zu gewinnen.

WICHTIG: Besteht schon im Vorfeld der Probenentnahme (Biopsie) der Verdacht auf ein Sarkom, sollte diese – wenn irgendwie möglich – in einem spezialisierten Sarkom-Zentrum durchgeführt werden, da selbst der Eingriff der Biopsie schon eine große Bedeutung für die weitere Behandlung des Sarkoms haben kann.

Das Gewebe wird anschließend feingeweblich (= histologisch) unter dem Mikroskop auf Krebs-/Sarkom-Zellen untersucht. Eine präoperative Biopsie ist eher nicht angezeigt, wenn eine Entfernung (= Tumorresektion) einfach durchzuführen ist.

Da bestimmte Sarkome weich, empfindlich und sehr stark durchblutet sind, kann eine Biopsie ein Blutungsrisiko für den Patienten bedeuten. Weitere Risiken können ein Zerplatzen des Tumors (= Ruptur) sein und damit verbunden ein Verbreiten der Tumorzellen. Das heißt: In Abhängigkeit von der Lage des Tumors, dem Blutungsrisiko und dem Verdachtsgrad des Arztes auf die Bösartigkeit des Tumors, wird eine Strategie zur Gewebegewinnung festgelegt.

 

Feingewebliche Diagnostik (Pathologie)?

Pathologie ist die Lehre von den Krankheiten – genauer von den krankhaften Veränderungen der Zellen, Gewebe und Organe. Die Zelle zu identifizieren, aus welcher der Krebs entstand, ist eine Wissenschaft für sich. Die Ärzte, die diese Arbeit machen, nennt man Pathologen. Zu den Aufgaben des Pathologen gehören die exakte morphologische und die pathologische Diagnosestellung sowie Beiträge zur Prognosebeurteilung. Eine korrekte Behandlung hängt immer von der jeweiligen Krebsart ab. Somit ist der Pathologe auch bei den Sarkomen eine Art „Lotse der Therapie". Seine genauen Ergebnisse stellen die Weichen für die weiteren Therapien, die für bestimmte Sarkom-Subtypen sehr unterschiedlich sein können. Die einzige sichere Methode, die Diagnose eines Sarkoms zu stellen, besteht darin, eine Probe des Tumors unter dem Mikroskop zu untersuchen (Histologie). Dies erfordert viel Expertise und Erfahrung des Pathologen. Erst seit wenigen Jahren versteht man die Pathologie, Molekulargenetik und die Behandlung von Sarkomen besser. Da die Bewertung des Pathologen wichtig für die nachfolgende Behandlung ist, kann es in manchen Fällen durchaus sinnvoll sein, die Zweitmeinung eines anderen Pathologen z.B. eines Referenzzentrums für Sarkome einzuholen. Die Immunhistochemie ist eine Art, die Gewebeprobe zu untersuchen. Bei dieser Methode trägt der Pathologe sogenannte Antikörper auf die Gewebeprobe auf. Diese Antikörper sollen mit spezifischen Eiweißen (= Proteinen) auf der Zelloberfläche reagieren. Wenn sich nun dieser Antikörper mit dem spezifischen Protein auf der Zelloberfläche verbindet, so entsteht ein Fleck oder eine Farbveränderung in der Gewebeprobe. Die Gewebeprobe wird als „Fleckpositiv" gewertet, wenn nach Zugabe des speziellen Antikörpers das Protein präsent ist.

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